Freitag, 16. September 2011

Meine Handtaschensucht

Ja, ich gebe es zu: ich fröhne einer (gottseidank gesellschaftlich akzeptierten) Sucht: Handtaschen.
Ich verstehe gar nicht wie Männer ohne auskommen und ehrlich gesagt tun sie mir da auch richtig leid. Geldbörse, Schlüssel, Handy, Taschentücher, Handcreme, Lektüre, Wasserflasche, Kaugummi, Snack, Taschenmesser und Blasenpflaster bekommt man noch nicht mal in der ausgebeultesten Jeanshosentasche untergebracht.
Aber ich gebe zu: rein vom praktischen Aspekt würde wahrscheinlich eine reichen. Schwarz passt, wenn man nicht gerade riesige rosa Totenköpfe drauf hat, zu allem. Funktioniert beim berühmten "Kleinen Schwarzen" ja auch. Die Theorie ist schön und gut, erklärt aber nicht warum ich gerade 14 Taschen im Schrank und eine neben dem Schreibtisch stehen habe.
Ich denke es gibt mehrere Gründe für den Sammelwahn:

  1. Die Handtasche ist ein Stück Heimat zum mitnehmen. Sie hat Platz für alles wichtige an offiziellen Must-Haves (Führerschein, Ausweise, etc) sowie ausreichend Raum für die emotionalen Dinge im Leben von denen wir gerne begleitet werden möchten. Die berühmte Architektin Zaha Hadid fasste das mal ganz markant in einem Satz zusammen: Um ein Hotelzimmer wohnlich zu machen würde sie einfach ihre Handtasche mitnehmen.
  2. Man ist immer auf der Suche nach DER perfekten Tasche. Und wenn man ein besseres Modell im Laden sieht nimmt man es halt mit wenn es das Potential dazu hat einen glücklich zu machen.
  3. Für verschiedene Lebensabschnitte oder Gelegenheiten braucht es einfach verschiedene Taschen. Schließlich gibt man mit den Accessoires auch ein Statement ab! Und die Wahrscheinlichkeit das sich dieses Statement mit Zeit und Örtlichkeit ändert ist sehr hoch. Die Selbstaussage in der Krabbelgruppe ist eine andere als die beim edlen Italiener, soviel ist sicher.

Trotz der zahlreichen Taschen, wobei ich gegen die durchschnittliche Italienerin mit 20-60 Stück echt abstinke, gehöre ich eher zum monogamen Typ Taschenträgerin. Ich habe ein Lieblingsmodell das mich durch den Alltag begleitet. Sie erinnert mich an mein erstes Auto: handlich, schwarz und es ist absolut erstaunlich was man da alles reinpacken kann. Meine anderen Taschen führe ich seltener aus: zu besonderen Gelegenheiten (Hochzeiten, Beerdigungen, Wandertouren) oder wenn ich dann doch mal mehr Stauraum brauche.
Eines fehlt mir aber wirklich zu meinem Glück: Der Handtaschen Zaubertrick von Hermine Granger. Alleine die Vorstellung was man dann noch mehr an Sachen mitnehmen könnte für die unkalkulierbaren Unwägbarkeiten des Alltags.... ^^

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