Seit dem im März dieses Jahres das Modelabel Dior seinen Chef- und Stardesigner John Galliano aufgrund von rassistischen Äußerungen vor die Tür setzte, ist ein künstlerisch-kreatives Machtvakuum im Hause des Haute-Couture-Labels entstanden. Bedenkt man, dass Galliano die letzten 15 Jahre für das Label auf der kreativen Ebene verantwortlich war, ist dies wohl auch kein Wunder.
So wundert es auch weiter nicht, dass die Haute-Couture-Kollektion für den Herbst und Winter 2011, welche in diesem Jahr in Paris zu Sommerbeginn präsentiert wurde, die hohen Erwartungen der Modekritiker nicht ansatzweise erfüllte. Drastischer ausgedrückt – die Kollektion floppte.
Ein Stück weit ist dieses Problem auch hausgemacht. Statt sich bei Dior, gleich nach der Freistellung des exzentrischen Stardesigners Galliano, um einen ebenbürtigen Ersatz zu kümmern, versuchte man es mit dem britischen Designer Bill Gayten. Gayten hat zwar viel Erfahrung, arbeitete er doch über 23 Jahre erfolgreich mit Galliano zusammen. Gereicht um die Kritiker in Paris zu überzeugen hat es nicht - die erste Kollektion für die Gayten sich verantwortlich zeigte wurde zum Flop.
Für ein Label wie Dior ist ein solcher Flop sehr gefährlich und fast schon existenzbedrohend. Schließlich hat man einen ausgezeichneten Ruf zu verteidigen. In der Modebranche war, und ist bis heute, Dior Kult. Dior steht für Exklusivität und hat eine Vorreiterrolle was das Schöpfen neuer Trends angeht inne. Will man diese auszeichnenden Attribute nicht verlieren, ist ein weiterer Reinfall ausgeschlossen.
Auch die Führung des exklusivenKult-Labels scheint sich dessen bewusst. Man munkelt, dass das Managment bereits seit Monaten versucht Marc Jacobs ins Hause Dior zu lotsen. Marc Jacobs wäre wohl eine passende Besetzung des Posten. Immerhin bekleidet er bereits seit 1997 den Posten des Chefdesigners bei Louis Vuitton. Viel mehr Referenz geht eigentlich nicht. Man sagt Jacobs nach, dass er eine hervorragende Nase für neue Trends hat. Was Jocobs bisher anfasste erfreute sich stets großem Applaus und wurde zu absoluten Verkaufsschlagern. Man denke nur an die Überarbeitung der legendären Taschen aus dem Hause Louis Vuitton, welche einschlugen wir eine Bombe und reißend Absatz fanden.
Bisher ist ein mögliches Engagement bei Dior allerdings nicht mehr als ein Gerücht. Weiß man jedoch, dass sowohl Dior, als auch Louis Vuitton zu großen Teilen der LVHM-Gruppe gehören, dann ist ein Engagement von Jacobs bei Dior nicht ganz unwahrscheinlich. Ausgeschlossen ist auch nicht, dass der Workaholic Jacobs sich in Zukunft für beide Kollektionen verantwortlich zeichnet. Genügend kreatives Potenzial ist mit Sicherheit vorhanden.
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